Backofen reinigen – Infos, Anleitung und wichtige Tipps

backofen reinigen

Der effizienteste Weg verschmutzte Öfen sauber zu machen!
Spätestens nach Jahren regelmäßiger Benutzung lässt es sich nicht mehr vermeiden: das unliebsame Backofen reinigen. Sofort steht die Frage im Raum, ob chemische Backofenreiniger aus dem Handel erforderlich sind oder auch Hausmittel zur gewünschten Sauberkeit führen. Dieser Ratgeber liefert grundlegende Infos zur Reinigung des Backofens, mehrere Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Reinigung mit Backpulver, Reinigung mit Salz, Reinigung mit Zitronensaft und Reinigung mit dem Backofenreiniger, sowie spezifische Tipps zu “Dos und Don’ts”.

Unser Backofen Reinigungstipp

Es gibt drei Möglichkeiten, wie du deinen Backofen reinigen kannst.

Backofen reinigen mit Hausmitteln

Die gute Nachricht: Man braucht weder einen selbstreinigenden Ofen noch übermäßig viel Chemie, um den Backofen erfolgreich zu reinigen. Es gibt verschiedene Hausmittel, die sich in diesem Kontext bewährt haben und einen Großteil des Schmutzes entfernen, wenn man sie richtig nutzt.

Zu den am meisten erprobten und wirkungsvollsten Hausmitteln zählen:

  1. Backpulver
  2. Salz
  3. Zitronensaft

backofen-mit-backpulver-reinigenBackofen mit Backpulver reinigen

  • 1 Päckchen Backpulver mit 3 EL Wasser vermischen
  • Ziel: Backpulver-Paste mit cremiger Konsistenz
  • Paste dick auf die verkrusteten Stellen auftragen
  • mindestens 30 min einwirken lassen (evtl. länger)
  • Backpulver aus dem Backofen herauskehren
  • gelösten Schmutz mit feuchtem Tuch entfernen
Hinweis: Die Paste trocknet innerhalb von circa 20 Minuten aus und wird daraufhin wieder pulvrig.

Was passiert während der Einwirkzeit?

Im Backpulver ist Natriumhydrogencarbonat (Natron) enthalten. Dieses reagiert durch die Feuchtigkeit mit Säuren. Es bilden sich Schäume, aus denen wiederum Kohlenstoffdioxid entsteht. Und dieses Kohlenstoffdioxid löst den eingebrannten Schmutz.

Tipp: Alternativ kann man Natron und Wasser im Verhältnis 1:1 mischen. Der Rest gestaltet sich wie bei der Backpulver-Variante. Nur ist die Wirkung oft noch stärker.

backofen reinigen mit natron
Unser TIPP: Keiser Natron

backofen mit salz reinigenBackofenboden oder Backblech mit Salz säubern

  • Boden oder Backblech mit einem Lappen befeuchten
  • Flecken und Krusten großzügig mit Salz bestreuen
  • Ziel: Stellen komplett mit weißer Schicht bedecken
  • Backofen auf 50 bis 60 Grad Celsius erhitzen
  • bei bräunlichem Salz den Ofen wieder abdrehen
  • den Backofen eine halbe Stunde auskühlen lassen
  • mit feuchtem Lappen gründlich nachwischen

Das Reinigen mit Salz hat jedoch seine Grenzen. Es lässt sich nur schwer handeln und nicht auf Wände oder Decke auftragen. Deshalb ist die Backofenreinigung mit Salz nicht mehr zeitgemäß.

backofen ohne chemie reinigenBackofen mit Zitronensaft putzen

  • Auflaufform zur Hand nehmen
  • frische Zitrone darin auspressen
  • Saft mit wenig Wasser mischen
  • Mischung in den Backofen stellen
  • Ofen auf 120 Grad Celsius erhitzen
  • etwa 15 bis 20 Minuten warten
  • Backofen komplett ausschalten
  • circa 30 Minuten auskühlen lassen
  • feuchten Schwamm schnappen
  • gelöste Fettflecken wegwischen

Was passiert während der Einwirkzeit?Im Backofen entsteht Wasserdampf. Dieser hat das Potenzial, selbst eingebrannte Flecken zu lösen. Außerdem werden durch die Zitronensäure gleich noch unangenehme Gerüche im Ofen beseitigt beziehungsweise neutralisiert.

Backofen reinigen mit Chemie

Nicht immer gelingt es mit den beschriebenen Hausmitteln, den Backofen vollständig zu reinigen. Dann führt kein Weg dran vorbei, doch noch die Chemiekeule auszupacken. In diesem Fall ist ratsam, spezielle Backofenreiniger zu verwenden.

Dabei stehen im Handel verschiedene Produkte zur Verfügung. Diese sind natürlich nicht besonders umweltfreundlich und sollten deshalb so sparsam wie möglich – aber doch so intensiv wie nötig – eingesetzt werden.

Der Vorteil von chemischen Mitteln zur Reinigung des Backofens ist die Tatsache, dass die chemischen Inhaltsstoffe deutlich aggressiver sind als die “Wirkstoffe” in Hausmitteln. So lassen sich mit derartigen Reinigern auch besonders hartnäckige Verkrustungen lösen.

Ein weiterer Punkt, der für chemische Mittel spricht: Für die Anwendung muss man den Ofen nicht erst aufheizen, sondern kann direkt damit beginnen, den Backofen zu reinigen. Dies spart Zeit und oftmals auch Nerven.

bachofen chemisch reinigenChemischen Backofenreiniger richtig anwenden

Der Markt bietet klassische Backofenreiniger und auch Reinigungssprays für den Zweck. So funktioniert’s richtig:

  • verschmutzte Stellen mit dem Mittel bedecken
  • wichtig: auf einen gleichmäßigen Auftrag achten
  • Backofenreiniger wie empfohlen einwirken lassen
  • eingeweichte Stellen feucht oder nass abwischen
  • mit feuchtem Lappen oder nassem Schwamm
  • Vorgang gegebenenfalls noch einmal wiederholen
backofen reinigen mit backofenreiniger
Unser TIPP: Maxxi Clean Backofenreiniger

Hinweis: Was die Intensität des Auftrags und die Einwirkzeit betrifft, gilt es unbedingt die Angaben des jeweiligen Herstellers zu berücksichtigen.

Tipp: Ist der Backofen in manchen Bereichen besonders stark verschmutzt? Dann kann es sinnvoll sein, auf diese Stellen während der Einwirkzeit mehrmals nachzusprühen, damit auch die robustesten Verkrustungen nachgeben.

Backofen effizient reinigen – das ist die beste Lösung

effektive backofenreinigungDie beste Lösung ist, zunächst zu versuchen, den Backofen ohne Chemie zu reinigen – stattdessen also auf bewährte Hausmittel zurückzugreifen. Diese beseitigen zumindest oberflächlichen Schmutz. Für die Tiefenbehandlung bedarf es allerdings meist schon chemischer Reiniger. Nur so wird der Backofen perfekt sauber.

Was man beim Backofen reinigen beachten sollte

  1. Bei Oberflächen aus Edelstahl ist das Reinigen des Backofens mit Salz nicht zu empfehlen. Das empfindliche Material könnte schnell zerkratzen. Hier sollte man also auf ein anderes Hausmittel setzen – beziehungsweise auf die oben angesprochene Kombination mit einem chemischen Spezialreiniger im zweiten Schritt.
  2. Generell ist ratsam, bei speziellen Beschichtungen oder auch Pyrolyse-Geräten den Ofen so zu reinigen, wie es vom jeweiligen Hersteller in der Gebrauchsanleitung empfohlen wird.
  3. Bei der Backofenreinigung mit Backpulver oder Natron sollten die Dämpfe nicht eingeatmet werden. Sie reizen die Atemorgane. Außerdem gilt es während und nach der Reinigung gut zu lüften.
  4. Vor dem finalen Abwischen der Oberflächen sollte man prüfen, ob der erhitzte Backofen wirklich schon wieder kühl genug ist, um sich nicht zu verbrennen.
  5. Man darf den Backofen nie mit scharfkantigen Utensilien (auch metallische Topfkratzer gehören dazu) reinigen. Ansonsten ist die Gefahr groß, die Oberflächen dermaßen zu beschädigen, dass als nächstes Problem ein rostender Backofen resultiert.
  6. Die Heizstäbe nimmt man am besten heraus, wenn dies möglich ist. Grundsätzlich gilt, dass die Stäbe und auch die Zwischenräume der Heizelemente nur mit einem feuchten Lappen gereinigt werden sollten, wenn sie verschmutzt sind. Andere Reinigungsmittel, ob natürlich oder chemisch, könnten die Funktionstüchtigkeit einschränken.

Selbstreinigender Backofen? Jein…

Mittlerweile existieren zahlreiche Backöfen, die sich “selbstreinigend” nennen. Bei diesen selbstreinigenden Backöfen kommt jeweils eins von zwei möglichen Systemen zum Einsatz:

  • Pyrolyse
  • Katalyse

Pyrolyse

Bei der Pyrolyse werden Speisereste im Backofen zu Asche verbrannt. Im Anschluss kann man die Asche mit einem feuchten Tuch wegwischen. Klingt zunächst simpel und gut. Die nähere Betrachtung zeigt allerdings rasch, dass dies ein Irrtum ist. Mit der Pyrolyse gehen einige Nachteile einher.

  1. PyrolyseIm Pyrolyse-Programm heizt der Backofen auf 500 bis 600 Grad Celsius. Bei der immensen Hitze verbrennen alle Speisereste zu Asche. Bevor der Akt starten kann, muss man jedoch alle Teile aus dem Ofen nehmen, die den extremen Temperaturen nicht standhalten. Dies ist mitunter ein ziemlicher Aufwand.
  2. Zudem braucht der Backofen je nach konkretem Modell bis zu drei Stunden, ehe er die für die Pyrolyse benötigte Temperatur erreicht hat. Dabei verbraucht er viel Energie. Beispiel: Eine einzige Reinigung mittels Pyrolyse frisst oft dieselbe Energie, die eine 10-Watt-LED in 25 Tagen beansprucht.

Häufig ist zu lesen und zu hören, dass die verbrannten Speisereste bei der Pyrolyse Qualm und Gerüche verbreiten. Es kann also sein, dass die Küche nach dem Reinigungsprogramm nach verbranntem Essen riecht – nicht sehr angenehm. Nicht zu vergessen, dass derartige Öfen erheblich teurer sind.

Katalyse

Alternativ zu Pyrolyse-Backöfen gibt es Ausführungen mit Katalyse-Funktion. Sie zeichnen sich durch Oberflächenverkleidungen mit einer katalytisch beschichteten Emaille aus. Das Material sorgt bereits während eines Backvorgangs dafür, dass sich Essensreste und auch Fettspritzer zersetzen – so die Theorie.

  • KatalyseIm Detail: Die keramische Oberfläche nimmt Fettspritzer auf, um sie in der Folge zu Wasser und Kohlenstoffdioxid zu verbrennen. Dafür bedarf es keiner erhöhten Temperatur wie bei der Pyrolyse-Variante. Somit ist ein solcher selbstreinigender Backofen zumindest nicht so energieverschwendend wie ein Pyrolyse-Modell.
  • Aber: Mehr als eine kleine Reinigungshilfe stellt die Katalyse-Funktion nicht dar. Sie nimmt einem die Arbeit nicht zur Gänze ab, sodass man den Backofen selbst reinigen muss.
  • Und: Die Keramikbeschichtung nutzt sich nach einiger Zeit ab, was einen Austausch erforderlich macht – eine kostspielige Angelegenheit.

Kurzum macht es oft wenig Sinn, hohe Ausgaben für einen (vermeintlich) selbstreinigenden Backofen in Kauf zu nehmen. Meist kommt man nämlich trotz aller unterstützender Technik nicht umhin, den Backofen manuell zu reinigen. Zu erwähnen ist außerdem, dass qualitativ minderwertige Pyrolyse- oder Katalyse-Öfen den Schmutz teilweise noch tiefer einbrennen.


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